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Über die Tenotomie

Die im Folgenden zusammengefasste Studie wurde im März 2006 im „Journal of Bone & Joint Surgery (Br)“ von S. L. Barker und C. B. D. Lavy, internationales Hospital in Malawi, veröffentlicht.

Korrelation klinischer und ultraschalltechnischer Befunde nach Achillessehnen-Tenotomie bei idiopathischem Klumpfuß

Angeborene idiopathische (ohne weitere Ursachen entstandene) Klumpfüße können mit der Methode nach Ponseti bei Kindern im Alter bis zu einem Jahr in über 90% erfolgreich behandelt werden.

Die Tenotomie der Achillessehne ist ein in den meisten Fällen erforderlicher Eingriff bei der Klumpfußbehandlung. Hierbei wird die Sehne perkutan, von außen durch die Haut, kurz oberhalb des Fersenbeins durchtrennt.

Die Anwendung war bisher, teilweise aufgrund der unbekannten Entwicklung der Sehne nach erfolgter Durchtrennung, eher zurückhaltend. In einer Studie über 11 Achillessehnen konnte mittels klinischer und ultraschalltechnischer Befunde nachgewiesen werden, dass nach bereits 3 Wochen in den meisten -, und nach 6 Wochen in allen Fällen die Achillessehne wieder vollständig intakt war.

Zielsetzung

Ziel der Studie war der Nachweis der Hypothese, dass die Heilung der Achillessehne nach einer Tenotomie bei Babys schnell und spontan erfolgt. Dies wurde sowohl durch klinische als auch durch ultraschalltechnische Untersuchungen dokumentiert.

Methoden und Ablauf

Die klinische Zustandsbeschreibung der Achillessehne erfolgte durch Ertasten und wurde anhand folgender Kriterien eingestuft:

  1. abwesend
  2. unklar
  3. tastbar

Bei der begleitenden Ultraschalluntersuchung wurden die Befunde anhand einer

  1. erkennbaren
  2. unklaren oder
  3. fehlenden
sich vollständig fortsetzenden Achillessehne beschrieben.

Die Tenotomie wurde entsprechend der Ponseti-Technik durchgeführt.

Unmittelbar nach erfolgter Sehnendurchtrennung wurde als klinischer Nachweis für die durchtrennte Sehne die eindeutige Zunahme der Dorsalextension im Sprunggelenk und eine nicht mehr zu ertastende Achillessehne verstanden.

Bei der ebenfalls unverzüglich erfolgten Ultraschalluntersuchung wurde eine eindeutig erkennbare Unterbrechung der Sehne als nachweisliche Durchtrennung anerkannt.

Anschließend wurden die Füße mit Oberschenkelgipsen fixiert.
Im weiteren Verlauf waren erneute klinische und ultraschalltechnische Nachweise während der vorgesehenen Gipswechsel, 3 und 6 Wochen nach Tenotomie anberaumt.

Ergebnisse

Die unmittelbar nach der Tenotomie durchgeführten klinischen Untersuchungen zeigten in allen Fällen die Abwesenheit der zuvor ertastbaren Sehne und in vielen Fällen war auch eine Lücke in der Sehne spürbar. Die Ultraschalluntersuchungen zeigten in allen Füßen eine eindeutige Unterbrechung der Sehne.

6 Wochen nach der Tenotomie zeigte sich bei allen Füßen eine sowohl klinisch als auch ultraschalltechnisch eindeutig nachweisbare intakte Achillessehne, bei den meisten Füßen war dies bereits sogar nach 3 Wochen der Fall.

Fazit

Bei allen Füßen war eine Achillessehne eindeutig tastbar und im Ultraschall zeigte sich in allen Fällen eine fortlaufende Sehne.

Diskussion

Die Ponseti-Methode hat sich für die Behandlung des angeborenen idiopathischen Klumpfußes als äußerst effektiv erwiesen. Da es zur Anwendung dieser Methode lediglich geringer Technologien bedarf, ist sie vor allem auch in Entwicklungsländern ohne große technologische Ressourcen hervorragend umsetzbar.

Die Zurückhaltung gegenüber der vollständigen Durchtrennung der Achillessehne ist aufgrund folgender Befürchtungen verständlich:

  1. Die vollständige Sehnendurchtrennung ist keine gängige Behandlungsmethode
  2. Umliegende Strukturen könnten versehentlich verletzt werden
  3. Die Sehne könnte möglicherweise nicht befriedigend ausheilen

Um diese zur Vermeidung der Anwendung führenden Punkte auszuräumen, bedarf es nachweislicher und erklärbarer Erkenntnisse über die Regeneration der Sehne. Die hier dargestellte Studie zeigt, dass die Achillessehne nach einer Tenotomie, basierend auf der Technik nach Ponseti, nach 3 Wochen, bzw. längstens 6 Wochen spontan und schnell vollständig regeneriert ist.

Den vollständigen Artikel (auf Englisch) kann man sich hier herunterladen: http://www.jbjs.org.uk/cgi/reprint/88-B/3/377 (leider bekommt man den vollständigen Artikel nur gegen eine Gebühr).

Vielen Dank an Cordula von Kolzenberg, die diesen Artikel zusammengefasst hat!

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Januar 2007