Ponseti-Füße
Ponseti-Füsse
Eine Infoseite zur Klumpfußbehandlung nach Ponseti
Theorie und Praxis > Schwanger mit Klumpfußbaby?
Home
Forum
Der Klumpfuß
Die Behandlung
Ponseti
Theorie
und Praxis
Schwanger mit Klumpfußbaby?
Ein Klumpfußkind - was nun?
Baby mit Gips
Baby mit Schiene
Ausstattungs-
Tipps für Klumpfußkinder
Die liebe
Bürokratie
Sammelsurium
Gästebuch

Sind Sie schwanger mit einem Klumpfußbaby?

Zunächst ist es sicher ein Schock, wenn Klumpfüße im Ultraschall entdeckt werden. In den meisten Fällen handelt es sich um primäre oder idiopathische Klumpfüße (ohne weitere Ursachen). Das bedeutet, die Klumpfüße sind die eigentliche Erkrankung. Um weitergehende Behinderungen auszuschließen, kann ein Feinultraschall und eine Fruchtwasseruntersuchung durchgeführt werden (die allerdings auch Risiken birgt), wenn man dies wünscht. Für sekundäre Klumpfüße, also aufgrund anderer Erkrankungen entstandener Klumpfüße, gibt es ausführliche Informationen bei www.klumpfuss-info.de.

Aber ich möchte allen betroffenen Eltern Mut machen: Klumpfüße lassen sich gut behandeln. Insbesondere mit der Ponseti-Methode können über 90% der idiopathischen Klumpfüße ohne größere OP korrigiert werden. Lassen Sie sich die Schwangerschaft nicht von der Diagnose "Klumpfüße" verderben. Immerhin haben Sie den Vorteil, dass Sie sich informieren und vorbereiten können.

Da diese Seite über die Ponseti-Behandlung informiert, gibt es darauf bezogen hier einige Infos und Tipps:

Machen Sie sich vor jedem Arztbesuch eine Liste mit Fragen, die Sie stellen möchten! Während eines Termins vergisst man oft die Hälfte und ärgert sich hinterher…

  • Erst nach der Geburt kann festgestellt werden, ob es sich um einen echten Klumpfuß/echte Klumpfüße handelt oder um eine Klumpfußhaltung, die sich selbständig korrigiert.
  • Suchen Sie sich einen Arzt/eine Klinik für die Behandlung aus und führen Sie vor der Geburt ein Beratungsgespräch. So können Sie feststellen, ob Ihnen der gewählte Arzt/Ort zusagt.
  • Suchen Sie sich gegebenenfalls einen niedergelassenen Orthopäden, der Sie an den gewünschten Behandlungsort überweisen kann. Viele Kliniken behandeln in ihren Ambulanzen nur mit Überweisung vom Orthopäden (das kann man bei einem Beratungsgespräch erfragen).
  • Organisieren Sie sich für die Behandlungstermine. Überlegen Sie sich, wer evtl ältere Geschwister versorgen könnte, ob Sie gerne eine Begleitung zu den Terminen hätten und wie Sie zum Behandlungsort kommen (PKW oder öffentliche Verkehrsmittel).
  • Ein Klumpfuß ist kein Notfall und muß auch nicht so schnell wie möglich gegipst werden.
  • Ponseti-Behandler legen den ersten Gips gerne erst nach 10 bis 14 Tagen an, damit Mutter und Kind Zeit haben, sich aneinander zu gewöhnen und die Mutter sich von der Geburt erholen kann.

    nach Kirkman & Scott: "Baby Blues", Band 1, S.5, 1991, Creators Syndicate-Verlag
  • Da sie bis zum ersten Gips Zeit haben, sind Sie bei der Wahl des Geburtsortes unabhängig vom Behandlungsort. Sie können entbinden, wo Sie möchten.
  • Sie sollten auf alle Fälle die Geburtsklinik/Hebamme über die Klumpfüße/den Klumpfuß informieren. Erklären Sie, dass Sie über die Behandlung informiert sind. Sollte ein Orthopäde zur Diagnose hinzugezogen werden, bestehen Sie darauf, dass kein Gips angelegt wird.
  • Überlegen Sie sich jetzt, ob Sie Ihr Kind privat versichern möchten. Klumpfüße werden nicht mitversichert, wenn die Versicherung erst nach der Geburt abgeschlossen wird. Die Kosten für die Klumpfußbehandlung werden aber auch von der gesetzlichen Versicherung vollständig übernommen.
  • Bereiten Sie Ihre Verwandschaft und Umgebung auf die Klumpfüße vor. Informieren Sie über den Ablauf der Behandlung, so können Sie Verständnis dafür wecken, dass Sie in der Anfangszeit nicht viel Zeit für andere Dinge wie Besuche o.Ä. haben. Vielleicht ergeben sich ja auch ungeahnte Hilfsangebote.
  • Für die Ausstattung gibt es gesonderte Tipps.

Trotz aller Vorbereitung wird die Behandlung anfangs anstrengend für Sie und Ihr Kind sein. Versuchen Sie deshalb, sich für die Zeit nach der Geburt nicht zu viel vorzunehmen und sich Ihre Kräfte gut einzuteilen.